Impertinente Inkompetenzen.
Wahrscheinlich ist es so wie in jedem denkbar anderen Bereich auch. Menschen kommen aus irgendeinem Grund an eine Position für die sie gar nicht die ausreichende Sachkenntnis besitzen, und dann stehst du da und musst dir das nicht nur ansehen, nein, du musst den kompetenzlosen Stumpfsinn auch noch ausführen. Ich kann mich sogar verbüffender Weise oft privat ganz prima mit diesen Personen verstehen, beruflich gesehen jedoch spucke ich bei jenen Unsachkundigkeiten Feuer. Im Ballettsaal weht ein anderer Wind. Da nehme ich so gut wie keine Rücksicht auf persönliche Symphatien. Darf ich auch gar nicht. Kann ich auch gar nicht. Im Studio geht es maßgeblich nur um eine Sache: Qualität. Es macht mich dementsprechend wahnsinnig, wenn diese nicht nur hier und da ein bisschen wankt, sondern in jeglicher Richtung maßgeblich missachtet wird. Das gefährliche an einer solchen Situation beim Ballett ist nämlich, dass nicht absolut korrekt (und ja, dafür gibt es sehr genaue Definitionen) ausgeführte Prozesse wahnsinnig schlecht für einen Tänzerkörper sind. Langzeitwirkungen: A) Der Verlust einer sauberen Technik, die immerhin den Marktwert eines Tänzers festlegt. B) körperliche Schäden, die durch die dauerhafte Fehlbelastung entstehen können. Und C) akutes Unfallrisiko. Auf gut deutsch: Du versilberst dein Material. Man darf sich das allerdings nicht so vorstellen, dass ich dann denke: “Was ein Schwachsinn!“ um mich dann sogleich zu verweigern. Nein nein, man bemüht sich ja schon rein traditionell bedingt stets um Höflichkeit beim Ballett. Ich denke also: “Was ein Schwachsinn!“ und versuche halt doch einfach das Beste draus zu machen. Dieses Verhalten halte ich sogar kongruent zu dem Mist der mir aufgetischt wird wahnsinnig lange durch. Dann geht es aber auch irgendwann in die zweite Phase: Ich lache. Kompetenzlose Menschen ganz egal welch überheblichen Film sie fahren, ahnen ja irgendwie doch, dass sie kompetenzlos sind. Aus diesem Grund können sie das dann auch eben nicht ganz so gut ab, wenn man sie und ihr albernes Tun auslacht. Dadurch kommt es dann auch meist recht schnell zu Phase drei: Ich kommentiere. Nicht das dies noch wirklich in den traditionellen Höflichkeitsmodus des Balletts fallen würde, aber ich bemühe mich tatsächlich noch eher vorsichtig um gewisse Einsichten. Bei ausgemachter Inkompetenz bringt aber auch das nichts. Ausser Streit. Da über Fachwissen streiten mit Menschen, die nicht genügend oder auch gar kein Fachwissen besitzen eher wenig bringt, kommt es früher oder später zu Phase vier: Ich gehe!
UND TSCHÜSS!
UND TSCHÜSS!


0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]
<< Startseite