Dresden.

Tataaa...
Da bin ich wieder. Und um die neugierigsten der Neugierigen gleich abzufertigen; ich weiß es nicht. Ab Mitte Mai kann man entweder mit einer positiven oder negativen Antwort rechnen.
So. Nun muss ich laut Headline was von Dresden erzählen. Und schon hab ich den Salat. Das war nämlich bei diesem Vortanzen eigentlich nicht anders als bei allen anderen. Du reist, du kommst an, du gehst schlafen, du wachst auf, du gehst vortanzen und du fährst wieder zurück. Vor dem Vortanzen - wenn denn überhaupt Zeit übrigbleibt - hat man nicht den Nerv sich ein bisschen was von der Stadt anzuschauen in der man sich gerade befindet. Mal von dem ab was halt so an einem vorbeirauscht, während man in der Bahn, einem Bus oder dem Taxi auf dem Weg ins Hotel, dem Theater oder dem Studio ist. Und nach dem Vortanzen will man eigentlich nur eins; und zwar auf dem schnellstens Weg nach Hause. Also kann ich über Dresden an sich wenig sagen. Die Decken im Hotel waren unglaublich hoch. Das fand ich sehr schick. Mein Bett entpuppte sich allerdings als Hängematte. Wenn ich mich auf den Bauch gelegt habe, lag ich im Hohlkreuz. Wenn ich mich auf den Rücken gelegt habe, konnte ich meine Füße vorne oben vor mir sehen. Und wenn ich mich auf die Seite gelegt habe, hatte ich die mehr oder weniger praktische Option mich beim Fernsehen auf meinem Hüftknochen abzustützen. Ich glaube ich habe in dieser Nacht ganz wild von Horrorszenarien wie beispielsweise Hexenschüsse während des Vortanzens bekommen geträumt. So ganz genau weiß ich es aber nicht mehr. Wer soll sich da auch noch dran erinnern, nachdem man um die zehn bis fünfzehn mal gestresst aufgewacht und dann wieder verwirrt eingeschlafen ist?!

Good Morning Dresden...
Der Wecker klingelte aber natürlich am nächsten Morgen trotzdem zeitig und erbarmungslos. Aber der Blick zum Balkon beglückte mich mit Sonnenschein und Vogelgezwitscher. (Hätte es geregnet weiß ich auch nicht, ob ich es echt nach so einer Nacht geschafft hätte sofort aufzustehen.) Dann ausgecheckt und zum Vortanzen gefahren. Netterweise befand sich das Studio a) nicht weit vom Hotel und b)in der Neustädter Kunsthofpassage. Leider habe ich in dem Moment, als ich die Sonnenstrahlen und meinen Milchkaffee im Café unter dem Studio in der Kunsthofpassage genossen habe, nicht daran gedacht, dieses nette Eckchen für euch mit meiner Digitalkamera einzufangen. Schade eigentlich! Der einzig freie Tisch, den ich dort ergatterte sprach allerdings sichtlich dafür, dass auch all die anderen Leute um mich rum sich da außerordentlich gut aufgehoben fühlten. Dann irgendwann die Treppe hoch zum Studio und Melanie aus Nürnberg kennen gelernt. Melanie war schon mal auf Kreuzfahrt und erzählte gleich viele lustige Dinge, die mich sofort hochgradig begeisterten. Die laute Love-Boat-Melodie in meinem Hinterkopf wollte quasi gar nicht mehr aufhören damit mir während sie so erzählte und erzählte ein fettes Grinsen in mein Gesicht zu treiben. Als wir beide dann bis zwanzig Minuten vor dem Vortanzen immer noch die einzigen im Studio waren, die aufgetaucht waren und sich brav warm machten, fingen wir scherzeshalber schon mal an uns darüber zu streiten, wer der anderen denn nun auf Deck als erstes den Rücken eincremen muss. Irgendwie kamen dann aber doch noch ein paar andere Mädels. Ich glaube wir waren knapp zehn oder so. Also wirklich ungewohnt wenige Bewerberinnen für einen Job - wahrscheinlich ging es auch deshalb so unzickig zu, was übrigens sehr angenehm war.

Lieblingsbeschäftigung? Einen Haufen Tanzschuhe quer durchs Land schleppen...
Etwas unangenehm wurde es auch erst, als es nach dem klassischen Training an die Repertoire-Arbeit ging. Nun muss man sagen, dass der schnellste und sicherste Weg einem Tänzer aufeinander folgendes Schrittmaterial beizubringen, der ist, es laut vorzuzählen während man es langsam vortanzt. Dem war aber eher nicht so. Aber nun gut, so schwer war die Choreografie ja nicht. Das merkt man sich dann halt eben zur Not auch ohne Counts. Also haben wir es alle zusammen ein paar Mal mit und ein paar Mal ohne Musik ausprobiert, und dann der Schock: "Jede bitte einzeln! Kamera läuft. Action."
Halloho? Entgleiste Gesichter so weit das Auge reichte. Wenn man ein Stück das man gerade erst gelernt hat in der Gruppe tanzt, bewegt man sich eigentlich auf relativ sicherem Gebiet. Natürlich musst du's trotzdem können, aber irgendwer weiß im Notfall immer weiter - und spinksen ist ja schließlich erlaubt, zumindest solange es niemand mitbekommt. Aber gleich alleine? Hilfe! Aber na gut, ich hatte es ja, und die technischen Elemente waren auch nicht sonderlich schwer. Also habe ich versucht keine Panik zu schieben und mich nicht verrückt zu machen. Wahrscheinlich das gescheiteste was ich in dem Moment tun konnte. Dachte ich zumindest, bevor ich dann an der Reihe war. Die zwei Mädchen vor mir hatten beide komplette Blackouts, heißt: sie sind irgendwann stehen geblieben und haben zu verstehen gegeben, dass sie nicht weiter wussten. Ich gebe zu, dass hat mich dann doch geringfügig nervös gemacht.

Angeknabbertes Dinner.

Weggeknabbertes Dinner.(Passen zwar gerade beide null zum Text, und sind eigentlich auch nur ein Indiz meiner groben Langeweile am Sonntag Abend, aber egal.)
Dann war ich dran. Au scheiße! Mir wird immer noch übel, wenn ich dran denke... Wir wissen alle, es gibt Momente im Leben in denen du liebend gern mal schnell die Fernbedienung zücken und zurückspulen würdest. Dieser Moment war fatalerweise ganz genau so einer. Blackout. Auch bei mir. Der einzige Grund aus dem ich mich dann doch nicht später aus lauter Groll vor einen fahrenden Zug geworfen habe, war wahrscheinlich der, dass ich eigentlich alles was die in der Choreografie sehen wollten gezeigt habe. Gut, in einer schätzungsweise zu fünfundachtzig Prozent veränderten Reihenfolge und mit hier und da eingestreuten kreativem Bonusmaterial – aber ich hab's auf jeden Fall irgendwie zu Ende gebracht. Ob das allerdings dem was die eigentlich sehen wollten noch in irgeneiner Art geähnelt hat oder ob das was ich da gemacht überhaupt halbwegs ansehnlich war, kann ich natürlich nicht sagen, ich hab's ja nicht gesehen. Knirsch.
Bei der zweiten Choreographie die wir gelernt haben, ging es in eine ähnliche Richtung. Allerdings war da tatsächlich nicht eine (!) von uns in der Lage, die Schritte alleine zu tanzen, ohne dass die, die uns das Material näher gebracht hat
Gegen Ende wurde uns dann gesagt um welche Kreuzfahrtschiffe es sich überhaupt handelt und dann kam dann noch die Frage, ob wir uns auch vorstellen könnten eine Weltreise zu machen. Die würde dann allerdings sechs Monate dauern. Weltreise! Weltreise? Da hat doch gerade irgendwer Weltreise gesagt? Oder? Also habe ich dann einfach mal stumpf ja gesagt.
Meine Einschätzung: Kein Plan! Der Blackout macht mich natürlich immer noch gut sauer. Ich muss relativ kopflos gewirkt haben. Super! Aber ändern kann ich's ja nun leider nicht. Schade! Wobei die beruhigendste Quote dazu von Nicole kam: "Erinnerst du dich an diese nervigen paar Stunden jeden Morgen nach dem Training? Ach ja, Probe nennt man das." Hast ja Recht. Abwarten.
Soviel zum erlebten. Ich geh' jetzt mal was Sonne tanken.


2 Kommentare:
Du warst bestimmt bezaubernd.
Eine bezaubernde Katastrophe... Einigen wir uns darauf. ;-)
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