Dienstag, November 06, 2007

Der Nachwuchs...

Eben im Training gewesen. Beim Betreten des Studios gleich das kleine scheinbar unglaublich talentierte, wenn auch leicht unternährte, circa elfjährige Mädchen gesehen. Wahnsinn. Unglaubliche Füße, gute Haltung, so gedehnt, dass sogar ich meinen Hut ziehe, mich aber trotzdem vollkommen neidfrei frage, ob das mal in den nächsten Jahren keine schwerwiegenden Hüftschäden verursacht. Jedenfalls... G. geht irgendwann mehr oder weniger hart mit ihr ins Gericht, weil sie etwas nicht so ausgeführt hat, wie er es vorgegeben hat. So weit so gut, absurd daran ist aber, dass er sofort danach mich zur Seite nimmt, und sich dafür entschuldigt. Äh? Da steht er dann vor dir, ein absoluter Megastar der Ballettwelt, ausgebildet an der härtesten Ballettakademie überhaupt, Solotänzer an den wichtigsten Häusern dieses Planeten und entschuldigt sich bei MIR für etwas, was an sich total normal ist beziehungsweise für professionelle Verhältnisse noch absolut nett war.

Ich wiederum beschränke mich im Training rein verbal ja grundsätzlich auf das wesentliche. „Muss.“, meinte ich. Wobei ich ihm viel lieber gesagt hätte, dass man mich früher um einiges härter ran genommen hat, und ich sehr wohl weiß, dass er damals auf der Vaganova Akademie in St. Petersburg , wahrscheinlich in dem Moment neben seinem Kumpel Baryshnikov stehend, noch viel viel schlimmeres gehört hat, und: dass die Kleine, wenn das wirklich ihr Weg ist, egal wo, noch ganz andere Sachen in ganz anderen viel vernichterenden Tönen hören wird. Weiß er aber auch, muss ich gar nicht sagen. Tänzer... Aber: Megasymphatisch, das ihm unwohl dabei ist, den Fiesen zu geben. Und vielleicht auch neben dem technischen Anspruch in seiner Klasse einer der Gründe, warum ich, trotz des großen Trainingsangebots in Berlin, immer wenn ich in der Stadt bin und meine Zeit es erlaubt in SEIN Training gehe.

First be a human, then a dancer. Thank you!

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Abonnieren Kommentare zum Post [Atom]

<< Startseite