Eltern sein dagegen sehr.
Ich packe mich in mehrere Klamottenschichten um kurz nachdem ich mich brav gedehnt habe und kurz bevor das Training laut Plan anfängt noch mal raus zu gehen um eine zu rauchen. Ich setzte mich auf den noch freien Stuhl. Neben mir ein hektischer irgendwie verzweifelt wirkender Typ um die vierzig. In seiner Hand eine Zigarette, auf seinem Schoß ein Schulbuch, ein Schulheft und ein Federmäppchen. Er ortet mich prompt und schaut mich an als sei ich die Erleuchtung in dunkler Nacht oder so was, während ein erwartungsvolles "Ahhh. Bei ihnen ist das ja noch nicht so lange her. Können sie mir mal helfen?" aus ihm raus platzt. Ich: "Worum geht's?" Er: "Physik." Ich: "Oh Gott." Er: "Achte Klasse." Ich: "Noch nicht lange her??" Er: "Schauen sie mal," und zeigt mir nicht ohne Stolz das Schulheft "das hab ich ohne Geodreieck gezeichnet!" Ich: "Wow." Wir schauen beide vor uns in die Dunkelheit, und nehmen einen tiefen Zug. "Warum machen sie eigentlich Physik für die achte Klasse?" will ich dann aber doch wissen. Er schaut mich verdutzt an bevor er mir in einem leicht verzweifelten Ton antwortet: "Meine Tochter hat noch zwei Stunden Probe, und das muss bis morgen fertig sein." Krass. Das wäre mein absoluter Traumdaddy in der achten Klasse gewesen, schon allein deswegen weil ich noch nie unbedingt ein Physik-Ass war. Ich entscheide aber spontan ihm das nicht unbedingt auf die Nase zu binden und versuche es mit Vernunft: "Können sie doch nicht machen. Dabei lernt sie doch nichts." Er schaut mich ernst an und sagt dann: "Aber sie will doch unbedingt die Aufführung mittanzen." Letzter Zug an meiner Zigarette. Ich stehe auf wünsche noch viel Erfolg, auch bei der Physik, verabschiede mich und muss an Sarahs Worte von neulich denken: "Was machst du wenn deine Tochter Tänzerin werden will?" Jetzt weiß ich es.
ES VERHINDERN...
ES VERHINDERN...


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